Tendinopathie · Springerknie
Patellaspitzensyndrom — Springerknie
Patellaspitzensyndrom (Springerknie): Ursachen, Diagnose und Behandlung von Schmerzen der Patellasehne, von Dr. Nuno Camelo Barbosa.
Beim Patellaspitzensyndrom ist die erste Wahl ein angeleitetes progressives Belastungstraining (exzentrisch/isometrisch). Von einer intratendinösen Kortikosteroid-Injektion wird abgeraten — sie birgt das Risiko einer Sehnenruptur.
Patellaspitzensyndrom (Springerknie)
Das Patellaspitzensyndrom, auch als Springerknie bekannt, ist eine Erkrankung, die durch Schmerzen und eine Funktionsstörung der Patellasehne gekennzeichnet ist, die die Kniescheibe (Patella) mit dem Schienbein verbindet. Diese Überlastungsverletzung betrifft häufig Sportler, die Sportarten mit wiederholtem Springen oder stoßintensiven Aktivitäten ausüben.
Ursachen und Risikofaktoren:
Die Hauptursache des Patellaspitzensyndroms ist eine wiederholte Belastung bzw. ein wiederholtes Trauma der Patellasehne, vor allem bei Aktivitäten mit häufigem Springen.
Basketball- und Volleyballspieler oder Personen, die explosive Bewegungen ausführen müssen, sind besonders anfällig. Zu den begünstigenden Faktoren gehören unzureichendes Aufwärmen der Muskulatur, mangelnde Flexibilität, muskuläre Dysbalancen und biomechanische Probleme.
Symptome:
Das charakteristische Symptom sind Schmerzen an der Vorderseite des Knies, insbesondere unterhalb der Kniescheibe, die sich bei Aktivitäten wie Springen, Laufen oder in der Hocke verschlimmern. In schwereren Fällen können auch Steifheit, Schwellung und eine tastbare Verdickung der Sehne auftreten.
Diagnose:
Die Diagnose umfasst eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT, um das Ausmaß der Sehnenschädigung zu beurteilen und andere mögliche Ursachen für Knieschmerzen auszuschließen.
Nicht-operative Behandlung:
- Ruhe und Aktivitätsanpassung:
- Vorübergehendes Einstellen von Aktivitäten, die die Symptome verschlimmern. - Anpassung der Trainingstechniken.
- Physiotherapie:
Kräftigungsübungen für den Quadrizeps und andere Muskeln. Exzentrische Übungen zur Verbesserung der Sehnenbelastbarkeit.
- Entzündungshemmende Medikamente:
NSAR zur Linderung von Schmerzen und Entzündung.
- Biomechanische Maßnahmen:
Analyse und Korrektur von Faktoren, die zur Überlastung der Sehne beitragen. Orthesen oder Anpassungen des Schuhwerks.
- Stoßwellentherapie:
Stoßwellentherapie zur Anregung der Heilung.
- Kortikosteroid-Injektionen:
- Vorübergehende Linderung von Schmerzen und Entzündung in einigen Fällen.
Operative Optionen:
Wenn konservative Maßnahmen keine Linderung bringen, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Zu den operativen Optionen gehören:
- Arthroskopie:
- Entfernung von geschädigtem Gewebe und Beurteilung des Gelenks.
- Tenotomie oder Sehnendébridement:
Teilweise Entfernung der Patellasehne.
- Sehnentransfer:
- Transfer einer gesunden Sehne zum Ersatz der geschädigten Sehne.
- Injektion von plättchenreichem Plasma (PRP):
- Injektion konzentrierter Blutplättchen zur Verringerung von Schmerzen und Entzündung.
Rehabilitation und Prävention:
Die Rehabilitation umfasst eine schrittweise Rückkehr zu den Aktivitäten. Präventionsstrategien beinhalten regelmäßiges Training, eine angemessene Steuerung der Trainingsbelastung und das frühzeitige Angehen biomechanischer Probleme.
Fazit:
Das Patellaspitzensyndrom stellt eine Herausforderung dar, insbesondere für Sportler. Frühzeitiges Erkennen, eine geeignete Behandlung und ein strukturiertes Rehabilitationsprogramm sind entscheidend für eine erfolgreiche Genesung.
Operative Optionen werden erwogen, wenn sich konservative Maßnahmen als wirkungslos erweisen. Personen mit anhaltenden Knieschmerzen sollten sich an ihren Knieorthopäden wenden.
Was ist mit PRP (plättchenreiches Plasma)?
PRP — plättchenreiches Plasma, das aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen wird — hat beim Patellaspitzensyndrom, das auf konservative Maßnahmen nicht anspricht, eine bedeutende Rolle erlangt. Durch die Konzentration von Wachstumsfaktoren soll ein biologisches Umfeld geschaffen werden, das die Heilung der Sehne begünstigt.
Die aktuelle Evidenz sieht es als Option der zweiten Wahl: wenn ein über mehrere Monate korrekt durchgeführtes progressives Belastungstraining die Beschwerden nicht gelöst hat — und niemals als Ersatz für die Rehabilitation. Die besten Ergebnisse erzielt ultraschallgesteuertes PRP bei gleichzeitiger Fortführung des Übungsprogramms.
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