Die Kniescheibe ist luxiert — Warum?
Die Patella (Kniescheibe) gleitet normalerweise innerhalb einer Rinne des Oberschenkelknochens, der sogenannten Trochlea. Eine Luxation tritt auf, wenn die Patella aus dieser Rinne herausspringt — nahezu immer nach lateral — durch einen Flexions-Rotations-Mechanismus des Knies, ein direktes Trauma oder eine plötzliche Muskelkontraktion.
Das mediale patellofemorale Ligament (MPFL) ist der wichtigste Zügel gegen die laterale Verschiebung der Patella. Bei einer ersten Luxation reißt das MPFL in 94–100% der Fälle. Dieser Riss ist der Grund, weshalb ein Rezidivrisiko besteht und weshalb eine fachärztliche Beurteilung unerlässlich ist.
Die Luxation ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufiger, insbesondere bei Frauen (ein breiteres Becken erzeugt einen nach lateral gerichteten Zugvektor). Anatomische Faktoren wie eine Trochleadysplasie, eine Patella alta oder ein lateraler Ansatz der Patellasehne erhöhen das Risiko.
Bei einer ersten Luxation reißt das MPFL in nahezu allen Fällen. Ohne angemessene Stabilisierung — operativ oder durch Muskelkräftigung — ist das Risiko einer erneuten Luxation real und kumulativ.
